Was haben Raw Food und Yoga mit Kreativität zu tun?

Was haben Raw Food und Yoga mit Kreativität zu tun?

Der Designer Tobias O. Rink der interviewt Dr. Regina Kratt zur Frage, wie Kreative von Raw Food und Yoga als Inspirationsquellen profitieren können. Das Interview erschien im führenden Designermagazin NOVUM in der Serie Designer’s Life.

Tobias O. Rink: Mit Deinen Kursen für Raw Food und Yoga wendest Du Dich speziell an Kreative. Wofür bietest Du uns eine Lösung?
Kreative stehen ständig vor der Herausforderung, Neues zu schaffen und müssen sich dafür immer wieder konditionieren. Permanente Überstunden und Stress laugen aber aus und lassen wenig Raum, um die Reserven wieder aufzufüllen. Zu einem langen Arbeitstag am Schreibtisch ohne ausreichend Bewegung kommt nicht selten ungesundes und zu reichhaltiges Essen hinzu. Viele Kreative haben deshalb früher oder später mit Problemen zu kämpfen, die meist gekoppelt auftreten: Burnout und körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen und Gewichtszunahme. Es geht darum, einen Ausweg aus dem Hamsterrad finden, das sie vielleicht als solches empfinden. Wenn man Yoga und Rohkost aufnimmt, hat hat man zwei schlagkräftige Tools, die synergetisch wirken.
Yoga haben viele selbst schon ausprobiert und oder kennen es aus den Medien. Rohkost klingt eher nach grauer Vorzeit und Möhren-Knabbern.
Genau genommen ist Rohkost ja so alt wie die Menschheit selbst, das vergißt man leicht. Daß sie jetzt in den Zeiten des Kochshow-Wahns wieder auflebt, liegt vor allem in einem gesteigerten Bewußtsein für die Qualität von Nahrung, aber auch an der Form, wie die Rohkost jetzt daher kommt.
Sie bietet im Unterschied zu früher kulinarische Köstlichkeiten, die sie gesellschaftsfähig machen. Rohkost kann also durchaus Gourmetküche sein und sie ist sie ein radikaler Gegenentwurf zu unserer deutschen Standardkost, allein was die Nährstoffdichte anbelangt. In meinen Kursen zeige ich, wie man mit Gemuüse, Obst, Kräutern, Algen, Gräsern, Nüsse und Saaten leckere Gerichte zaubert – einfach und buürotauglich, meist genügt ein Mixer.

Wie wirken Yoga und Raw Food und was hat man davon, wenn beides in den Alltag integriert ist?
Beide Übungswege sind einfach, pur und erdverbunden. Sie haben eine Reinigungs- und Entgiftungswirkung, die sehr stark sein kann. Gleichzeitig wird der Köper wieder aufgebaut, auch durch die entsäuernde Wirkung von Yogaübungen. Die Fitness und das Energielevel verbessern sich so merklich. Noch verblüffender ist der Effekt auf unser Bewußtsein: Unsere Intuition erwacht und leitet uns. Wir werden immer mehr wir selbst. Alles was nicht zu uns gehört, fällt von uns ab, leicht und mühelos. Wir realisieren wer wir sind und aus was wir bestehen. Menschen, die Yoga und Rohkost praktizieren bemerken zudem bei sich selbst große Verhaltensänderungen. Sie treffen verstärkt höchsteigenständige Entscheidungen, die nicht von der Mehrheit getragen sind. Sie stellen ihre Glaubenssätze und Meinungen auf den Prüfstand, lösen sich von ihnen und betrachten die Dinge jedes Mal neu, frei von Konventionen. Das ist die optimale Haltung für alle, die in einem schöpferischen Prozess nach innovativen Lösungen für ihre Kunden suchen.

Die Benefits leuchten ein, aber warum denkst du, spricht das gerade Kreative an?
Weil sie neugierig und abenteuerlustig genug sind und gerne an ihrer Persönlichkeit arbeiten. Kreative wissen, daß die Innovationskraft ihre größte Stärke ist und wollen dafür aktiv etwas tun. Wer sich zu hundert Prozent oder zu einem hohen Anteil von Rohkost ernährt, bringt sich in eine Sonderstellung innerhalb der Gesellschaft, für die Kochkost trotz ihrer Nachteile schlicht nicht wegzudenken ist. Kreative suchen bewußt diese nicht-konforme Position, um neue Wege zu gehen. Es paßt zu ihrem Lifestyle. Hinzu kommt, daß ich allen Interessierten den Einstieg leicht mache. Ich gehe in die Firmen und passe mein Coaching der Arbeitswelt und dem Zeitbudget von Hochleistern an.
Sehr geschätzt werden uübrigens auch die Nebeneffekte: Wer neue Ideen aus der Rohkostküche aufnimmt, trägt sie mit nach Hause. Die Ehepartner und insbesondere die Kinder lernen mit.

Du sagst, Essen beeinflußt das Bewußtsein in hohem Maß. Kannst du ein konkretes Beispiel dafür nennen?
Nehmen wir den Blutzuckerspiegel. Um fokussiert zu denken und konzentriert an einer Arbeit zu bleiben, brauchen wir einen Blutzuckerspiegel, der lange Zeit konstant bleibt. Ein Glas Orangensaft hilft uns da nicht weiter. Es jagt unseren Blutzucker in die Höhe, der kurz darauf wieder abstürzt.
Unsere Aufmerksamkeit verhält sich entsprechend. Um diese Art von Schwankungen zu vermeiden, müssen wir uns von den schlechten Kohlenhydraten weg und zu den guten Kohlenhydraten hin bewegen. In Kombination mit einer angemessenen Menge von Fett und Protein und haben wir genug Langzeitenergie, um fokussiert bleiben zu können.
Wenn wir uns in einem fortgeschrittenen Level ernähren wollen, finden wir besonders geeignete Kohlenhydrate in Noni, Aloe Vera und dem Rheishi-Baumpilz. Diese Mehrfachzucker sind besonders dazu geeignet, unseren Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Sie alle zählen zu den sogannten Superfoods, den Nahrungsmitteln mit höchster Nährstoffdichte. Das Superfood-Prinzip heißt: Kleine Mengen – riesiger Nährstoffgehalt. Mit einer Pizza verhält es sich gerade anders herum.
In Designerkreisen hat man beispielsweise auch Maca-Pulver für sich entdeckt, um seine aphrodisierende Wirkung in geistige Kreativität umzuwandeln.

Was ist Dein Tipp für diejenigen, die am liebsten gleich mit der Rohkost anfangen wollen?
Mein Tip ist: Bringt grüne Smoothies in Euer Leben. Grüne Smoothies sind leckere Trinksalate, die gleichermaßen als Reinigungselixier und Nährstoffbombe wirken. Macht sie Euch zur lieben Gewohnheit. Am besten Ihr geht morgens direkt vom Bett an den Kühlschrank, holt eine Handvoll Spinat oder Mangold raus und gebt sie in den Mixer. Noch eine oder zwei Bananen und zwei Tassen Wasser dazu, mixen, fertig. Trinkt ein Glas sofort und nehmt den Rest im Schraubglas mit an den Schreibtisch. Grüne Smoothies sind die chlorophyllhaltigen Wundergetränke der Raw Food Szene.